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Managed SOC16. Juli 2026ca. 9 Min.Von Felix Wanner

Die Ingest-Falle: Was Log-Volumen bei SIEM-Preismodellen wirklich kostet

Die meisten kommerziellen SIEM-Plattformen rechnen nach Datenvolumen ab: Jedes Gigabyte Protokolldaten, das eingespeist wird, kostet Geld, bei Microsoft Sentinel etwa 4,30 US-Dollar pro Gigabyte im Analytics-Tier (Listenpreis). Was nach einem fairen Verbrauchsmodell klingt, wird in der Praxis zur Kostenfalle mit einem gefährlichen Nebeneffekt: Unternehmen sparen an Log-Quellen und reißen sich blinde Flecken genau dort, wo Angriffe sichtbar würden. Dieser Beitrag rechnet die Ingest-Modelle durch und zeigt die Alternativen.

So funktioniert Ingest-Abrechnung

Ingest (Dateneinspeisung) bezeichnet das Einlesen von Protokolldaten in ein Auswertungssystem. Bei volumenbasierten Preismodellen zahlen Sie für jedes eingespeiste Gigabyte, unabhängig davon, ob daraus je ein Alarm entsteht. Die Modelle unterscheiden sich im Detail:

  • Microsoft Sentinel: 4,30 $/GB im Analytics-Tier (Pay-as-you-go, Listenpreis); Rabattstufen greifen erst bei hohen Tagesvolumina. Microsoft-eigene Quellen sind teils kostenfrei, alles außerhalb der Microsoft-Welt kostet den vollen Satz.
  • Splunk: Preise sind nicht öffentlich; Branchenschätzungen liegen bei rund 100 bis 180 US-Dollar pro Gigabyte täglicher Datenmenge und Jahr, zuzüglich Aufschlägen für Sicherheitsmodule.
  • Weitere EDR/XDR-Anbieter: Fremddaten-Einspeisung wird als Zusatzposten berechnet (marktüblich einige US-Dollar pro Gigabyte), und die Aufbewahrung der Daten kostet häufig separat, im Standard sind teils nur 14 Tage enthalten.

Rechenbeispiel: Ein Mittelständler mit 250 Mitarbeitenden

Ein Unternehmen mit 250 Mitarbeitenden erzeugt mit Servern, Firewalls, Endgeräten und Cloud-Diensten schnell 20 Gigabyte Protokolldaten am Tag. Bei volumenbasierter Abrechnung ergibt das:

PositionÜberschlag bei 20 GB/Tag
Sentinel Analytics-Ingest (4,30 $/GB)rund 2.600 $ pro Monat, gut 31.000 $ pro Jahr
Splunk (Branchenschätzung 100-180 $/GB/Tag/Jahr)zehntausende Euro pro Jahr, allein Lizenz
Noch nicht enthaltenEndgeräteschutz-Lizenzen, längere Aufbewahrung, vor allem: Personal für Betrieb und Auswertung

Der entscheidende Punkt: Diese Beträge fallen an, bevor ein einziger Mensch auf einen Alarm geschaut hat. Das Werkzeug ist bezahlt, der Sicherheitsbetrieb noch nicht. Die Gesamtrechnung inklusive Personal ordnet unser Beitrag Was kostet ein SOC? ein.

Der gefährliche Nebeneffekt: Logging nach Budget statt nach Risiko

Die eigentliche Gefahr der Ingest-Abrechnung ist nicht die Rechnung, sondern das Verhalten, das sie erzeugt. Wenn jedes Gigabyte kostet, beginnen Teams zu priorisieren: Welche Log-Quellen können wir weglassen? Firewall-Protokolle sind voluminös, also weg damit. Webserver-Logs ebenso. Der alte Linux-Server loggt viel, abgeklemmt.

Genau diese Quellen sind aber oft die, in denen sich Angriffe zuerst zeigen: der Portscan in den Firewall-Logs, die Angriffsversuche auf die Webanwendung, die verdächtigen Anmeldungen auf dem Altsystem. Wer nach Budget loggt statt nach Risiko, baut sich systematische blinde Flecken, und bemerkt den Angriff erst, wenn er teuer wird.

Die Alternative: Volumen entkoppeln

Es gibt zwei Wege aus der Ingest-Falle. Der erste ist technischer Natur: Open-Source-Plattformen wie Wazuh kennen keine Volumenlizenz, die Software kostet nichts, bezahlt wird nur der Betrieb. Damit entfällt der ökonomische Anreiz, Log-Quellen abzuschalten; die Kosten verlagern sich in Infrastruktur und Betreuung und bleiben unabhängig vom Datenaufkommen planbar. Details dazu im Beitrag Managed Wazuh: Open-Source-SIEM ohne Lizenzkosten.

Der zweite Weg ist das Abrechnungsmodell des Dienstleisters: Ein Festpreis pro überwachtem System statt pro Gigabyte macht die Kosten planbar und richtet die Anreize richtig aus. Bei RedCastle rechnen wir bewusst pro Endpunkt und Modul ab, nicht nach Datenvolumen: Neue Log-Quellen kosten keinen Aufpreis, das Logvolumen Ihrer Systeme ändert den Preis nicht. So entscheidet das Risiko darüber, was überwacht wird, nicht das Budget.

So überschlagen Sie Ihr eigenes Log-Volumen

  • Zählen Sie Ihre lauten Quellen: Firewalls, Webserver, Proxy und Domain-Controller erzeugen typischerweise den Großteil des Volumens.
  • Faustregel für eine erste Schätzung: Umgebungen im Mittelstand liegen häufig zwischen 5 und 50 GB pro Tag, je nach Zahl der Server und der Gesprächigkeit der Firewalls.
  • Multiplizieren Sie mit dem Ingest-Preis des Angebots und rechnen Sie auf das Jahr hoch, inklusive erwartbarem Wachstum: Logdaten wachsen mit jedem neuen System und jeder neuen Compliance-Anforderung.
  • Fragen Sie bei jedem Angebot: Welche unserer Log-Quellen sind NICHT enthalten, und was kostet ihre Anbindung? Wie lange werden Daten aufbewahrt, und was kostet Verlängerung?

Häufige Fragen zu SIEM-Kosten und Log-Volumen

Was kostet Log-Ingest bei Microsoft Sentinel?

Im Analytics-Tier 4,30 US-Dollar pro Gigabyte (Pay-as-you-go, Listenpreis); Commitment-Stufen mit Rabatt beginnen erst bei hohen Tagesvolumina. Ein Mittelständler mit 20 GB pro Tag zahlt damit allein für die Einspeisung rund 2.600 US-Dollar im Monat.

Wie viele Logdaten erzeugt ein mittelständisches Unternehmen?

Als grobe Orientierung: zwischen 5 und 50 Gigabyte pro Tag, abhängig von der Zahl der Server, der Firewall-Konfiguration und den angebundenen Cloud-Diensten. Eine genaue Zahl liefert nur eine Messung in Ihrer Umgebung.

Kann ich Ingest-Kosten senken, indem ich weniger logge?

Technisch ja, sicherheitlich ist das der falsche Hebel: Abgeschaltete Log-Quellen sind blinde Flecken, und Angriffe zeigen sich bevorzugt dort, wo niemand hinschaut. Besser ist ein Preismodell, das nicht pro Gigabyte bestraft.

Rechnet RedCastle nach Datenvolumen ab?

Nein. Wir rechnen pro überwachtem Endpunkt und gebuchtem Modul ab, als planbarer monatlicher Paketpreis. Das Logvolumen Ihrer Systeme ändert den Preis nicht, neue Log-Quellen kosten keinen Aufpreis.

Der nächste Schritt

Sie möchten wissen, was Ihre Umgebung an Logdaten erzeugt und was das in verschiedenen Preismodellen bedeuten würde? In einem kostenlosen Analysegespräch überschlagen wir Ihr Volumen und vergleichen die Modelle transparent. Einen Marktüberblick über SIEM-Alternativen gibt der Beitrag Wazuh vs. Splunk vs. Microsoft Sentinel.

Quellen und weiterführende Informationen
  • Microsoft: Microsoft Sentinel Pricing (Analytics-Tier, Listenpreise USD)
  • Marktbeobachtung RedCastle eG: SIEM-Preismodelle und Angebotsspannen, Stand 2026
  • Wazuh Inc.: Wazuh Documentation, The Open Source Security Platform

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